Freitag, 19. August 2011

Acht vor halb Acht

"Twinkle twinkle little bat, how I wonder what you're at. Up above the world you fly, like a tea-tray in the sky." Was für ein Zufall, dass gerade jetzt, wo ich Alice in Wonderland lese, vor kurzem meine erste Fledermaus in freier Wildbahn gesehen habe. Sie sind von israelischem Baum zu israelischem Baum geflogen, und haben so getan als wären sie Vögel. Dabei sind Fledermäuse absolut keine Vögel, im Gegenteil: sie sind verrückte Vögel. Lewis Caroll würde mir hierbei zustimmen - keiner behaupte je ein Vogel sei verrückt; Vögel schlafen in der Nacht und sind am Tag wach. Fledermäuse hingegen sind in der Nacht aktiv und während des Tages schlafen sie. Therefore they must be mad!
Hier in Turku scheint die Sonne anders, sie ist schüchtern und gedämpft. Freiwillig kriecht sie hinter die Wolken, so ist es Finnland auch gewohnt. Wahrscheinlich kriecht sie dorthin, damit sie ungestört ihren Hering essen kann, sonst könnten sie alle beobachten. Und beim Essen wird keiner gerne beobachtet, besonders nicht beim Heringessen.
Der Mond hätte auch sicher gerne etwas Hering, aber er bekommt nur Lachs weil seine Vorgängerin alles aufgegessen hat. Eigentlich sollte er wütend auf sie sein, doch abgesehen davon, dass er ihr nie begegnet, ist er in sie verliebt und könnte ihr nie böse sein. Sie weiß von dieser Liebe nichts, sie weiß nicht einmal, dass er existiert. Denn abgesehen von Heringessen hat sie ein ganzes System mit vielen Planeten am Laufen zu halten. Eine tragische Liebe, würde Shakespeare noch Leben wäre dies sicher sein nächstes Drama. Natürlich aufgeführt in Turku, der europäischen Kulturhauptstadt 2011. Und doch hofft der Mond wahrscheinlich ihr eines Tages zu begegnen und mit ihr eine mad tea party (jedoch nicht im wonderland, ohne march hare, mad hatter und dormouse) zu haben. Da sind die Fledermäuse doch ganz praktisch. 


Donnerstag, 2. Juni 2011

Acht vor Zwölf

Viele Zahlen schwirren in meinem Körper- ich frage mich wieviele. Mein nicht ganz nüchterner Kopf strengt sich zwar an um zu zählen, kommt aber auf keine Antwort. Wie komme ich darauf? Wieso sollten Zahlen in einem Körper schwirren? Wenn schon, dann Bruchzahlen. Wieso? Weil ich Bruchzahlen mag. Ganz einfach.
Die Mocca Lounge auf der Linken Wienzeile ist recht nett, das einzig Störende ist ein Hund der ständig bellt. Es klingt wie ein kratzender Absatz auf einem Laminatfußboden. Der Wein ist übrigens auch sehr empfehlenswert: sehr würzig und preiswert! Das gefällt mir und meinen Bruchzahlen.
Neben mir reden Fremde über einen Superton in einem Dialekt den ich nicht identifizieren kann. Ich wäre wirklich keine gute Kommisarin. "Superton ist bankrott... Stund" - mehr verstehe ich nicht. Als wäre es eine andere Sprache.

Sonntag, 29. Mai 2011

Acht vor halb Sieben

Die Temperatur spielt mit mir, ich weiss nicht genau ob mir zu heiß oder zu kalt ist. Am Judenplatz tümmeln sich heute die Juden. Sie gehen herum mit ihren Kindern, die mit großen Augen nach den vielen überteuerten Kuchen hungern. Wir haben sie um eine freie Spende verkauft, doch dass Problem damit ist, dass man nie zufrieden ist mit der Menge an Geld die man schließlich erhält. "Wollen sie vielleicht einen Kuchen haben? - Nein danke, wollen schon aber ich muss natürlich auf meine Figur achten." "Wollen sie vielleicht einen Kuchen haben - ja gerne, welchen empfiehlst du denn? " Und so geht das weiter, ein ewiger Dialog der sich um Mehlmasse mit Geschmack (gutem, muss ich sagen!) dreht. Aber die freie Spende belastet die Menschen mehr, als es ihnen Freiheit gibt. Man sieht wie sich die Rädchen im Hirn bewegen und die Neuronen rufen "Wieviel! Ja wieviel soll ich jetzt geben?" Doch wir können uns nicht um die Neuronen anderer Menschen kümmern, wir wollen nur eine volle Kasse. Was für eine hinterlistige Methode.
Anfangs lächeln mich Herr Muffin und seine Kollegen noch an, doch dieses Lächeln verwandelt sich bald in ein hämisches Grinsen. "Haha, du isst mich gerne, ich mache dich dick und krank und jetzt ist dir schlecht!" Dann stößt Mr. Muffin einen dieser grausamen Lacher aus, die man sonst nur aus Horrorfilmen aus dem Mund der bösen Hexe kennt. Und was mache ich? Ich packe den Herrn Muffin und stopfe ihn mir schnell in den Mund. Wer lacht jetzt hämisch? (Muhaha)
Meine Zigarette lasse ich mir von einem FPÖ Feuerzeug anzünden, aber ich bin doch zu abhängig um heikel sein zu können. Die Asche fällt direkt vor das Schaufenster des schlimmsten Mobeliers aller Zeiten (Rotenturmstraße, vis-á-vis vom Zanoni). Ein Vogelstrauß schaut mich mit einem urteilenden Blick an "du findest uns nicht schön und jetzt fotografierst du uns auch noch nur um dich über uns lustig zu machen" Eine Frau in kurzem Minirock aus Erdbeeren, deren Oberkörper fehlt, schaut mich mit ihren Gebeinen an und lacht mich aus, weil sie schlanker ist als ich. Anfangs bin ich verlegen, doch dann drehe ich mich weg, verabschiede mich und lache hämisch. Denn während sie in ihrem Schaufenster bleiben muss, kann ich hingehen wo immer es mich hinzieht. Muhahaha ;)


Mittwoch, 25. Mai 2011

Vier vor dreiviertel Acht

Ich bin am Weg in die Schule, ach was rede ich. Projekttag ist heute und wir betreuen das Lesefest. Die Sonne scheint aber das kann ich nicht genießen, denn ICH HASSE DAS LESEFEST!!!
Seit einer Stunde versuche ich alternative Aktivitäten zu finden, Leute die mit mir ins Kaffeehaus gehen, wenigstens für eine Stunde! Doch statt der Wiener Melange heißt es heute McCappuccino to go. Ich muss zugeben, der Kaffee vom Mäcci schmeckt wirklich nicht schlecht, obwohl er heute etwas verwässert ist. Ein FPÖ-Heini will mir ein Prospekt andrehen- mir sicher nicht! Den Kugelschreiber dens gratis dazu gibt können sie sich in den Arsch stecken.
Ich bin leicht aggressiv, merkt man das? Das liegt daran, dass ich das Lesefest hasse. Außerdem sollte ich schon um dreiviertel dort sein um möööglichst viel vorzubereiten.
Ich greife in meine Tasche, hole meinen waff Kugelschreiber und ziehe einen Strich. Genauergesagt 10, ich schreibe: NEIN. Nein zur FPÖ, nein zum Lesefest, nein zu der verwässerten 100% Arabica Qualität! Was für ein guter Start in den Tag.



Vier nach halb Sieben

In der Ubahn auf dem Weg zum Schwedenplatz, die Leute sitzen auf ihren Plätzen und hōren Musik, schlafen oder lesen Zeitung. "Was? Wie kann sie das Paket noch nicht aufgemacht haben? Machst du deine Weihnachtsgeschenke auch erst zu Ostern auf??" Am Boden liegt die Heute Zeitung, da gehört sie auch hin. 
Ein sich bald küssendes Paar, das sieht man Leuten immer an wann sie sich küssen werden, sogar in der Ubahn. Ich steige aus und gehe zum Lokal; soll ich mir einen Wein bestellen? Ich habe zwar Lust aber eigentlich sollte ich noch lernen, soviel Schulstress zur Zeit. Und das geht eben schlechter nach einem Achterl.
Im Fenster der Stationsaufsicht Schwedenplatz stehen ganz viele kleine Plastikfiguren, jedoch habe ich noch nie einen Eigentümer gesehen. Denen würde sicherlich ein Achterl gut tun.