Montag, 10. April 2017
Sechs vor Elf
Die Sonne brennt herunter, der Schweiß pickt unter dem BH. Ich richte ihn und versuche ein bisschen durchzulüften, und kassiere dafür gleich giftige Blicke von jungen Frauen in der Umgebung. Hier in Krems an der Donau sind die Normen anders. Bei Frauen muss alles sitzen, und zwar den ganzen Tag. Es sind nur wilde Wienerinnen, so wie ich es eine bin, die ungeniert mit der Hand in den Ausschnitt greifen und die Brüste für einige wenige Sekunden von der Hitzfolter erlösen. Greller Beton macht die Mienen sauer. Mit Sonnenbrille könnte ich wenigstens einen nonchalanten Blick aufsetzen, ein gesichtsloses Spätkapitalistisches Wesen erlöst von der Qual in die Augen geschaut zu werden. Oder ich verlasse mich einfach auf die Kombination von praller Sonne und brandneuem niederösterreichischen Beton. So kann ich die Augen schließen, meine Hand in den Ausschnitt stecken und den Frauen signalisieren dass sie mir den betonierten Buckel hinunterrutschen können.
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